Der bolivianische Präsident Evo Morales hat mit seiner progressiven Politik in der Vergangenheit bereits häufiger für Aufsehen gesorgt. Nun will sein Land als erstes auf der Welt Rechte der Natur einführen, die den Menschenrechten gleichen: Das Recht der Mutter Erde.

Das Recht von Mutter Erde, auf das sich Politiker und Sozialverbände in Bolivien jetzt geeinigt haben, ist eine weitreichende Neudefinition des Begriffs Recht. Es definiert die reichen Mineralvorkommen des Landes als “Segnungen”, und es wird erwartet, dass es zu einer grundlegenden Veränderung  des Naturschutzes und der Maßnahmen zur Reduzierung von Umweltverschmutzung sowie zu weitreichenden Kontrollen der Industrie führen wird, in einem Land, dessen Ressourcen seit Jahren massiv ausgebeutet werden.

Das revolutionäre Gesetz von Mutter Erde wird die folgenden neuen Rechte der Natur etablieren:

- Das Recht zu leben und zu existieren

-  das Recht Lebenszyklen und -Prozesse frei von menschlicher Einwirkung    zu entfalten

-  das Recht auf reines Wasser und saubere Luft

-  das Recht auf Balance

-  das Recht nicht verschmutzt zu werden

- das Recht auf Unversehrtheit der zellularen Strukturen von Veränderungen und genetischen Eingriffen

- das Recht der Natur nicht von Infrastruktur- und Entwicklungsprojekten behelligt zu werden, die die Balance von Ökosystemen gefährden

“Das Gesetz etabliert eine neue Beziehung zwischen dem Menschen und der Natur, deren Harmonie bewahrt werden muss um ihre Regeneration zu gewährleisten. Die Erde ist die Mutter von allem”, so Vize Präsident Alvaro Garcia Linera. Boliviens Konstitution war 2009 geändert worden, nachdem Präsident Evo Morales beide Parlamente gewonnen hatte. Evo Morales ist Lateinamerikas erster indigener Präsident und bekannt als ein ausgesprochener Kritiker der westlichen Klimapolitik. Die Einführung der Naturrechte reflektiert das Wiederaufleben des indigenen Weltbildes, das die  Natur und die Erd-Göttin, bekannt als Pacha Mama, als Mittelpunkt des Lebens betrachtet und verehrt. Diese Weltsicht betrachtet den Menschen als gleichberechtigt zu allen anderen Geschöpfen.   Boliviens Außenminister David Choquehuanca sagt dazu: “Unsere Großeltern lehrten uns, dass wir zu einer großen Familie von Pflanzen und Tieren gehören. Wir glauben dass alles auf diesem Planeten Teil einer großen Familie ist.  Wir indigenen können dazu beitragen, die Energie-, Klima, Ernährungs- und Finanzkrisen mit unseren Werten zu überwinden.  In der indigenen Religion wird die Erdgöttin Pacha Mama als ein lebendes Wesen betrachtet. Der Entwurf des neuen Gesetzes bekennt: “Sie ist heilig, fruchtbar und die Quelle des Lebens, die die lebenden Wesen in ihrer Gebärmutter nährt und schützt. Sie ist permanentes Gleichgewicht,  Harmonie und Kommunikation mit dem Kosmos. Sie beinhaltet alle Ökosysteme und lebenden Wesen sowie deren Selbstorganisation.

Was sich anhört wie dem Filmmärchen “Avatar” entlehnt, ist progressive Realität in der Politik eines Anden- Staates, der hier eine gleichzeitig sowohl archaische verankerte und auf politischer Ebene avantgardistisch anmutende moralische Überlegenheit gegenüber den ausbeuterischen Konzepten der westlichen Politik und Wirtschaft demonstriert.

http://www.celsias.com/article/bolivia-set-pass-world-first-laws-giving-all-natur/

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Comments

This entry was posted on Sonntag, April 17th, 2011 at 22:20 and is filed under Mixed, Politik, Recht. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

2 Comments so far


  1. chris on Mai 3, 2011 12:38

    übeLsetzungsfehler!
    evo morales ist bolivianischer präsident.

  2. Für Mutter Erde - Claudia-Jalilas Blog on Mai 5, 2011 08:26

    [...] Mutter Erde Bolivien will als erstes Land der Natur gleiche Rechte wie dem Menschen zuerkennen | Astralis: Enthe astralis.pharmakeia.com Der bolivianische Präsident Evo Morales hat mit seiner progressiven [...]

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