Wikileaks  Gründer Julian Assange     Foto: Mark Chew

Es liest sich wie ein Agenten-Thriller: ein enigmatischer, weiss-haariger Hacker, ein Soldat, der von der Regierung unter den Tisch gekehrte Kriegsgreueltaten offenlegt, geheime Staatskorrespondenz und der mächtigste Staat der Erde kämpft mit allen Mitteln dagegen, dass die Wahrheit ans Licht kommt.

Julian Assange, der in Australien geborene Repräsentant der Internet Legende “Wikileaks” hält sich derzeit in Übersee versteckt, nachdem dass US-Militär den Soldaten Bradley Manning festgenommen hatte und ihn beschuldigt, geheimes Videomaterial veröffentlicht zu haben, auf dem zu sehen ist, wie ein amerikanischer Armee Hubschrauber im Jahre 2007 Zivilisten im Irak  niedermetzelt. Das Video war dieses Jahr  auf Wikileaks.org veröffentlicht worden, und seitdem versuchen die USA Julian Assange aufzuspüren, um die Veröffentlichung weiteren Datenmaterials zu verhindern, wie man hört geht es hier insbesondere um diplomatische Gespräche höchst peinlicher Natur, auf denen über Regierungen und Staatsmänner des Mittleren Ostens gesprochen wird.

Julian Assange, 38, ist eine rätselhafte Figur, die ihren Aufenthaltsort häufig zwischen verschiedenen Ländern wechselt.  Er verfügt z.B. über Stützpunkte in Island, Kenya und Australien.

Als er nun kürzlich auf einer Konferenz in Las Vegas sprechen sollte, wurde sein  Auftritt jedoch kurzfristig abgesagt. Zur selben Zeit hatte eine US Klatsch Webseite einen Artikel publiziert, der Vorgab, dass Ermittler des Pentagons die Jagd auf Assange eröffnet hätten.

Wikileaks war 2007 gegründet worden. Wikileaks ist eine geheime internationale Organisation, die anonym zugespielte geheime Dokumente der Öffentlichkeit zugänglich macht und das nicht selten üble Spiel zahlreicher Unternehmen, Regierungen und Staatsorgane offenlegt.

Von Anfang an hat Wikileaks unter starken Anfeindungen durch Regierungsorganisationen leiden müssen. Der Australische Minister für Kommunikation drohte die Polizei auf Wikileaks zu hetzen, als diese eine vertrauliche Internet Blacklist der Regierung veröffentlichte. Die Veröffentlichung der brutalen amerikanischen Hubschrauber-Attacke hat nun erneut weltweite Aufmerksamkeit auf Wikileaks gezogen. Aber ist Wikileaks damit jetzt zu weit gegangen? – Manch einer glaubt sogar, dass sich Julian Assange nun in akuter Lebensgefahr befinden könnte.

Daniel Ellsberg, der zur Zeit des Vietnam-Krieges dafür gesorgt hatte, dass Dokumente des Pentagon an die Öffentlichkeit gelangten, und damit einen Skandal ausgelöst hatte, sagte im US Fernsehen, dass er kürzlich mit Assange gesprochen habe.

“Er hat verstanden, dass es für ihn nicht sicher ist in die USA zu kommen” sagte Ellsberg. “Die Verhaftung von Manning sei der Beweis, dass Assange mit Verfolgung oder Schlimmerem zu rechnen habe. (…) Ich denke er ist wahrscheinlich nirgends auf der Welt wirklich sicher”.

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This entry was posted on Donnerstag, Juni 17th, 2010 at 10:56 and is filed under Politik, Zensur. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

1 Comment so far


  1. Anne on Juni 25, 2010 11:18

    Da setzt sich jemand für die Weltöffentlichkeit, indem er uns brisante Informationen gibt. Das ist doch nichts schlimmes, wenn es der Aufklärung dient und niemanden schadet, außer vllt. der Agierenden, die sowieso moralisch und rechtlich schwer vertretbare Dinge machen. Ich denke, er wird von den Regierungen und Co. gehasst und gejagt, doch die Bevölkerung, die durch ihn schlauer geworden ist, wird ihn mit offenen Armen empfangen.

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